Heute befassen wir uns mit den Spielen am Sonntag, wo, objektiv betrachtet, eigentlich nur das erste Spiel wirkliche Spannung verspricht…
New York Giants vs. Tampa Bay Buccaneers (Sonntag, 19:00 Uhr)
Das hier wird interessant, denn beide Teams mussten in dieser Saison schon langwierige Verletzungen von Leistungsträgern hinnehmen und haben das Beste daraus gemacht. Und auf den ersten Blick ist dieses Duell auch völlig offen, beide Teams begegnen sich auf Augenhöhe.
Giants
Die Giants erkämpften sich den fünften Platz eine Woche vor Saisonende, so dass sie am letzten Samstag völlig ohne Druck ins Spiel gegen die auch danach noch ungeschlagenen Patriots gehen konnten und dabei zumindest keine weiteren Verletzten beklagen mussten. Ihr Center Shaun O'Hara musste zwar zwischenzeitlich angeschlagen vom Feld, doch für Sonntag ist er fit. Überhaupt boten die Giants zumindest in der ersten Hälfte des Spiels die wohl beste Leistung ihrer Saison, wenn man mal vom "12 Sack Spiel" gegen die Eagles absieht. Letztlich gewannen aber die "Pats", doch die "Bucs" sind nicht New England…
In der Offense müssen die Gäste seit zwei Wochen einen schweren Verlust beklagen, denn Tight End Jeremy Shockey fällt für den Rest der Saison aus und damit Eli Mannings erste (und einzige) Option bei dritten Versuchen. Man versucht es durch eine Art Platoon-Lösung zu kompensieren, so dass Rookie Kevin Boss bei Passspielzügen auf dem Feld steht, während der andere Neuling Michael Matthews eher den Blocking Part übernimmt. Sie beide sind zwar kein Ersatz für Shockey, aber wo will man den auch so schnell herbekommen?!
Bei den Receivern kann Plaxico Burress seit nunmehr zwei Wochen wieder trainieren, was seine Leistung deutlich steigern wird. Und das Laufspiel wird hauptsächlich auf den breiten Schultern von Brandon Jacobs lasten, den man nur mit mehreren Verteidigern stoppen kann. Zudem spielt Manning am effektivsten, wenn es Play Action Spielzüge gibt, so dass wir davon einige sehen werden.
Defensiv sollten die Giants gerüstet sein, die starke Defensive Line steht mit den Ends Osi Umenyiora und Michael Strahan (zusammen 21 Sacks!) und sollte sich die Secondary dazu entschließen, den schnellsten Receiver des Gegners auf dem Weg zur Endzone zu begleiten, sollte diese auch kein Problem darstellen…
Buccaneers
Die "Bucs" haben den Schritt von "Zero to Hero" vollzogen und sind vom letzten Platz der NFC South in 2006 auf die Spitzenposition in 2007 gesprungen. Nun ist diese Division zwar nicht so wahnsinnig stark aufgetreten in diesem Jahr, doch gibt es für einen Divisionssieg nun mal Heimrecht für die Wild Card Playoffs (obwohl sie einen Sieg weniger haben als die Giants). Das letzte Saisonspiel hat man mehr oder weniger abgeschenkt und somit lassen sich daraus jetzt keine großartigen Erkenntnisse ziehen.
Jeff Garcia ist wohl der größte Vorteil der Gastgeber, denn er macht relativ wenige Fehler und versteht es, ein Spiel zu managen. Zudem gewann er im letzten Jahr beide Spiele mit den Eagles gegen die Giants (einmal Regular Season, einmal Playoffs) und hat auch sonst gegen dieses Team immer recht gut ausgesehen und an solchen Statistiken zieht man sich im Sport ja gerne hoch!
Die Offense ist aber generell eher auf den Lauf ausgelegt, was auch daran liegt, dass Earnest Graham "Cadillac" Williams sehr gut vertreten hat. Wenn der Ball aber durch die Luft geht, ist immer noch Joey Galloway die erste Option – er ist schnell, zwar nicht so schnell wie Randy Moss, aber eben schnell, was für die Giants zum Problem werden könnte, was man ja am letzten Samstag sah…
Defensiv haben die "Bucs" die wenigsten Punkte aller NFC Teams abgegeben und liegen in der NFL auf Platz drei nur hinter den Colts und Steelers. Egal ob Lauf oder Pass, diese Defense ist für alles gerüstet. Und der beste Weg, Eli in Schwierigkeiten zu bringen, ist der aggressive Pass Rush, denn wenn er unter Druck gerät, macht er immer noch mitunter unglaubliche Fehler – hier sollte man also ansetzen. Ach ja, dazu muss man allerdings auch erstmal Brandon Jacobs stoppen, um weniger anfällig gegen Play Action Spielzüge zu sein.
Prognose
Das Spiel wird sicherlich zügig über die Bühne gehen, da beide Teams häufig laufen und daher die Zeit selten angehalten wird. Wir werden also ein Spiel sehen, das schon aufgrund der starken Defensivreihen ein Kampf um die Feldpositionen wird mit wahrscheinlich wenigen Punkten und einem knappen Ergebnis. Sollte es so kommen, gewinnt Tampa Bay, wird es viele Punkte geben, hat New York die Oberhand, denn so viel Feuerkraft haben die "Bucs" nicht.
Tennessee Titans vs. San Diego Chargers (Sonntag, 22:30 Uhr)
Vom Papier her ist dies die wohl eindeutigste Partie. Die Chargers gelten als eines der besten Teams der Liga und als eine mögliche letzte Chance für die Konkurrenz, die Patriots zu schlagen, doch soweit sind wir noch nicht. Erstmal müssen sie ihre Hausaufgaben machen und das Heimspiel am Sonntag siegreich gestalten.
Titans
Die wichtigste Frage nach dem Erreichen der Playoffs in letzter Minute gegen das B-Team der Colts ist sicherlich, wer denn nun unter Center Kevin Mawae stehen wird. Schafft es Vince Young rechtzeitig fit zu werden oder muss Veteran Kerry Collins das Team in die Schlacht führen – und was wäre besser fürs Team?
Nach derzeitigem Stand wird Young wohl spielen und aufgrund der personellen Lage ist das auch nicht das schlechteste, denn Tight End Bo Scaife und Wide Receiver Roydell Williams sind beide verletzt, so dass nur noch Eric Moulds und Brandon Jones ernst zu nehmende Passoptionen darstellen. Wie gut, dass man sowieso lieber läuft in der "Music City". Running Back LenDale White hatte ein gutes zweites Jahr und seine erste 1.000 Yard Saison. Ansonsten läuft Young auch gerne selbst, was schwerer zu kontrollieren ist als Draw Plays.
Defensiv kommt es auf Defensive Tackle Albert Haynesworth an. Er wird mit seinen Kollegen hauptverantwortlich dafür sein, LaDainian Tomlinson im Zaum zu halten, denn er ist der "Go-to-Guy" der Chargers und ihn zu stoppen ist fast unmöglich – doch wenn man es schafft und somit den Fokus auf Quarterback Philip Rivers lenken kann, hat man eine Chance, denn dieser neigt zu ungenauen Pässen und großen Fehlern, wenn man den Druck entsprechend erhöht. Hier kommt Defensive End Kyle Vanden Bosch ins Spiel, der sein Team mit zwölf Sacks anführt.
Chargers
Mangels Konkurrenz gewann man locker die AFC West und kämpfte somit in den letzten Wochen nur noch um Platz drei der Setzliste, den man dann auch erreichte. Headcoach Norv Turner stand sich selbst längere Zeit im Weg, doch sobald er erkannte, dass er den besten Running Back der Liga im Team hatte und dieser Futter – sprich: Carries – benötigte, lief die Offense wieder auf Hochtouren.
Wie schon erwähnt, geht eigentlich alles über bzw. nichts ohne Nr. 21, LaDainian Tomlinson. Er ist wieder der Rushing Champ mit 1.474 Yards, hat die zweitmeisten Scrimmage Yards nach Brian Westbrook (1.949) und die zweitmeisten Touchdowns nach Randy Moss (18). Kommt er in Schwung, kommt auch der Rest der Offense auf Touren. Tight End Antonio Gates ist der beste seines Fachs und spielte wieder mal eine starke Saison und spätestens seit der Ankunft von Wide Receiver Chris Chambers aus Miami, hat Rivers auch noch eine zweite konstante Passoption.
Defensiv wird man gegen Young aufpassen müssen, dass man nicht zu viel blitzt, denn wenn er einmal Freiraum findet, ist er schwer wieder einzufangen. Man macht sich aber die Aufgabe leichter, wenn man in erster Linie LenDale White stoppt, denn ohne ihn müsste Young mit dezimiertem Receiversortiment schon einen ziemlich guten Tag haben, den er angesichts seiner 17 Interceptions bei nur neun Touchdown Pässen eher selten hatte.
Prognose
Es wird wohl ein aggressiv geführtes Spiel, da beide Mannschaften über starke Defenses verfügen, doch alles andere als ein Sieg der Chargers wäre eine große Überraschung. Allerdings ist Norv Turner nicht gerade für seine gute Playoff Bilanz bekannt, insofern sollte man das Spiel noch nicht im Voraus abschreiben…
Auch diese Spiele gibt es allesamt auf NASN, ich wünsche Spiel Spaß dabei und mögen die besten Teams gewinnen!
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