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Montag, 4. Februar 2008

Ein Desaster

Nicht nur war das Spiel eines der schlechtesten der letzten Jahre, nein, es war auch noch vom Ausgang her eine Katastrophe sondergleichen, die mich daran erinnert, wie schön und lang die Offseason doch sein kann!

Im Grunde kann man das Spiel auf eine Situation reduzieren, nämlichen den dritten Versuch und lang im vierten Quarter, als drei (!!!) Patriots die Gelegenheit haben, Eli Manning für mind. zehn Yards minus zu sacken und das Spiel fast schon sicher zu entscheiden. Doch sie lassen ihn los, er vollendet den Pass auf David Tyree und das Unheil nimmt seinen Lauf! Irgendwie erinnerte mich das stark an das Ende des AFC Championship Games der letzten Saison, denn auch da lagen die Patriots vorn und beendeten ihrerseits das Spiel viel zu früh, so dass es ein leichtes war für Peyton Manning, doch noch einen Touchdown Drive zu initiieren. Dieses Mal gewehrte man dies seinem kleinen Bruder und auch dieser nahm diese nette Geste dankend an.

Die Ursachen für dieses Ergebnis sind auch schnell aufgezählt und alles fängt sicherlich damit an, dass Tom Brady, für den Super Bowls bisher eine Art Kindergeburtstag waren, einfach richtig schlecht war. Seine Pässe waren ungenau und ich bezweifle, dass es an seinem Knöchel oder am Druck der Giants lag, denn auch in Situationen, in denen die Protection funktionierte, was wahrlich selten der Fall war, wirkte er ungewöhnlich ungenau, als wenn ihn irgendwas ablenken würde. Er wirkte keineswegs bei der Sache – vielleicht werden wie darüber ja in nächster Zeit noch etwas erfahren…

Des Weiteren schaffte es auf der anderen die Defense der Patriots eigentlich nie, wirklich an Manning heranzukommen (bis auf o. g, Situation…) und wenn die Giants nicht auch noch einige leichte Pässe fallen gelassen hätten oder Eli etwa Plaxico Burress überworfen hätte, wer weiß, wie das Spiel dann ausgegangen wäre. Letztlich glaube ich aber, die Giants spielten am obersten Limit und gaben alles, was sie hatten und in irgendeinem Forum hab ich auch den Tipp abgegeben, dass sie 17 Punkte erzielen werden, jedoch hätte das aufgrund der Stärke der Patriots nie und nimmer zum Sieg reichen dürfen!

Erwähnenswert ist natürlich noch der Super Bowl Reception Rekord von Wes Welker (elf Catches), der sinnbildlich ist für die ganze Saison der Patriots mit all ihren Rekorden – sie sind alle völlig wertlos und die Saison war aufgrund des Versagens gestern vollkommen für die Füße! Einige Spieler hatten vor dem Spiel schon klar gemacht, dass dieses Spiel ihnen bis an ihr (Karriere-)Ende nachhängen würde, es ginge nur darum, ob sie die großen Helden oder die größten Versager aller Zeiten würden. Die Antwort gibt ja das Ergebnis…

Man muss sagen, diese Saison hat uns wieder einmal zwei Dinge vor Augen geführt: Erstens ist da die Tatsache, dass die Regular Season komplett zu vernachlässigen ist und geschichtlich gesehen, sogar als irrelevant abgetan werden kann, denn ob du nun 16 Spiele gewinnst oder doch bloß neun oder zehn, du kommst (aller Voraussicht) in die Playoffs! Und die zweite traurige Wahrheit ist die, dass häufiger mal nicht das beste Team der Saison am Ende der Champion ist, sondern eben das, dass gerade zur rechten Zeit am rechten Ort auftaucht und ein einen guten Tag erwischt. (Da lobe ich mir unsere europäischen Fußballligen, denn da sind Zufallsmeister eigentlich ausgeschlossen, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen!).

Zum Schluss bleibt mir noch, den New York Giants herzlichst zu gratulieren – insbesondere Michael Strahan, der nun am Höhepunkt seiner Karriere besser abtreten sollte, denn schöner kann es eigentlich nicht mehr werden – und mich bei allen Lesern meines Blogs in den vergangen Playoffs zu bedanken, vor allem natürlich bei denjenigen, die hin und wieder lobende Worte für meine Arbeit fanden und verabschiede mich nun in die wohlverdiente (Football-)Offseason, in der ich mich anderen Projekten (wie etwa studentischen Prüfungen) widmen muss und werde. Zur NFL werde ich mich aber sicherlich auch hin und wieder mal äußern, etwa beim Draft im April oder dem Start der Free Agency etc.

Danke fürs Lesen!

Marcus Blumberg

Donnerstag, 31. Januar 2008

Super Bowl XLII Preview

Es ist soweit! Heute schauen wir auf den Höhepunkt der Saison, Super Bowl XLII am kommenden Sonntag! Die New York Giants treffen auf die ungeschlagenen New England Patriots und ich sage euch, was beide Teams tun müssen, um zu gewinnen! Also, wird es die vielleicht größte Überraschung der Super Bowl Geschichte geben oder erleben wir die Vollendung einer perfekten Saison?

New York Giants

Die Giants gewannen zehn Auswärtsspiele in Folge (NFL Rekord), darunter die drei in den Playoffs bei den Buccaneers, Cowboys und natürlich in Green Bay vor zwei Wochen. Sie haben also bewiesen, dass sie außerhalb vom "Big Apple" ziemlich gut zu Recht kommen. Zudem zeigten sie im ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams in Woche 17 ihre bis dahin beste Leistung der Saison, die viele als den Beginn des Höhenflugs in den Playoffs ansehen.

In der Offense muss allen voran Eli Manning weiterhin den Game Manager geben und darf keine Pässe erzwingen. Er sollte einfach weiterhin versuchen, seine Top Receiver Plaxico Burress und Amani Toomer zu bedienen, denn die sind schwer zu covern und haben "Big Play Potential". Außerdem sollte man auf den Lauf setzen, so gut es geht. Brandon Jacobs und Ahmad Bradshaw müssen zu ihren Yards kommen, denn ansonsten wird zu viel Druck auf den Schultern von Manning liegen und irgendwie glaube ich immer noch nicht, dass er wirklich so cool ist, wie er zuletzt aussah. Seine letzte Interception warf er im Übrigen in Woche 17 gegen die Patriots.

Kommen wir zu meinem Lieblingsthema: "Wie stoppen wir die Patriots Offense?" Nun, Hoffnung haben einige ja aufgrund der Knöchelverletzung von Tom Brady, doch die scheint wohl unter Kontrolle, also sollte man sich darauf nicht unbedingt verlassen. Defensive Ends Michael Strahan und Osi Umenyiora werden die Hauptrolle dabei übernehmen müssen, den Rekord-Quarterback auch nur irgendwie unter Druck zu setzen, denn gibt man ihm Zeit, nimmt er jede Defense auseinander. Auf der anderen Seite muss man natürlich Randy Moss doppelt und Wes Welker sehr eng covern, damit man wenigstens nicht von den beiden Top Optionen geschlagen wird. Und wenn man dann auch noch Laurence Maroney verlangsamt, könnte man Erfolg haben.

New England Patriots

Die Patriots sind 18-0, haben alles geschlagen, was sich ihnen in den Weg stellte und gewannen im Championship Game trotz der vielleicht schlechtesten Leistung von Tom Brady überhaupt in den Playoffs. Dafür waren dann aber die Defense "lights out" und Laurence Maroney, sowie Kevin Faulk nicht zu stoppen.

Wenn die "Pats" den Ball haben, dann geht es vor allem darum, den Pass Rush der "G-Men" zu stoppen, wofür die O-Line um die drei Pro Bowler Matt Light, Logan Mankins und Dan Koppen natürlich prädestiniert ist. Brady wird also genügend Zeit bekommen, um die Coverage zu durchschauen und den offenen Mann zu finden. Außerdem glaube ich nicht, dass Randy Moss wieder nur einen Catch haben wird, wie es in den letzten beiden Spielen der Fall war. Und wie wir in Woche 17 sahen, scheinen die Safeties und auch die Cornerbacks der Giants nicht unbedingt die schnellsten zu sein, wodurch Donte' Stallworth und vor allem Randy Moss natürlich genau die richtige Antwort hätten, nämlich unglaubliche Geschwindigkeit! Wenn dann auch noch Maroney so läuft wie zuletzt und Welker weiterhin völlig überraschend die Bälle bekommt, gibt es wenig, was die Giants entgegenzusetzen haben!

Defensiv müssen sie den Lauf stoppen, was sie können, wie sie gegen Jacksonville und San Diego gezeigt haben. Vor allem müssen sie aber Plaxico Burress in den Griff bekommen, denn der ist durch seine Größe schwer aus dem Spiel zu nehmen. Man könnte etwa Asante Samuel exklusiv auf ihn ansetzen, was untypisch ist, da bei den Patriots die Cornerbacks eigentlich immer an ihren Seiten bleiben. Doch Ellis Hobbs ist mit seinen 1,75 m einfach zu klein für Burress' knapp 1,95 m. Des Weiteren würde es helfen, Eli unter Druck zu bringen, denn da wird er Fehler machen!

Prognose

Gebt es zu, auf diesen Teil wartet ihr doch schon seit dem Championship Game! Also machen wir es kurz, es wird so kommen, wie ich es seit letztem Frühjahr (seit dem Tag der Verpflichtung von Adalius Thomas) angekündigt hatte, die Patriots werden diesen Super Bowl gewinnen. Es wird kein Blowout, aber ich erwarte auch nicht, dass es bis zum Ende spannend bleibt. Die "Pats" haben ihre letzten drei Super Bowls allesamt mit drei Punkten Vorsprung gewonnen, dieses Mal werden es mind. zwei Scores, also etwa im Bereich von 10 – 14 Punkten. MVP wird zum dritten Mal Tom Brady und Randy Moss wird mind. einen Touchdown fangen.

Das Spiel wird in Deutschland live auf NASN (ab 21:30 NFL Countdown, ab 00:00 Uhr live aus Glendale, AZ) und in der ARD (ab 00:00 Uhr live) übertragen. Schaltet alle ein, es wird Geschichte geschrieben. Viel Spaß euch allen und mein Fazit zum Spiel gibt es dann am Montag (wenn ich wieder auf den Beinen bin nach einer langen Super Bowl Party…).

Super Bowl Show Highlights

Der Super Bowl ist nicht nur das größte Einzelsportereignis weltweit, er ist auch immer wieder die Bühne für große Künstler, die vor dem Spiel und während der Halbzeit auftreten und die Massen begeistern.

In diesem Jahr wird die neunmalige Grammy Gewinnerin Alicia Keys während der Pregame Show auftreten. Ihr neues Album "As I am" ist gerade erschienen und sie sang bereits vor Super Bowl XXXIX im Jahr 2005 in Miami die inoffizielle amerikanische Nationalhymne "America the Beautiful". Hier kann man sich also auf gute Unterhaltung freuen, denn aus meiner Sicht findet man wenige Künstlerinnen mit so einer tollen Soul-Stimme!

Die richtige Nationalhymne, "Star-Spangled Banner", wird an diesem Sonntag Newcomer Jordin Sparks singen. Sie ist die letztjährige Gewinnerin der Talentshow "American Idol", sieht ganz nett aus und hat eine gute Stimme. Mir gefällt die Wahl, wie das der Rest der Welt sieht, wird sich zeigen…

Der Höhepunkt des Showprogramms ist dann natürlich die "Bridgestone Super Bowl XLII Halftime Show", in der dieses Jahr "Tom Petty & the Heartbreakers" auftreten werden. Man setzt also auch in diesem Jahr wieder auf altbewehrte Recken (wobei ich Prince nicht als Recken bezeichnen will…) anstelle von jüngeren Künstlern, die für Skandale sorgen könnten (Leute, "Nipplegate" war erstens nicht schlimm und ist zweitens schon lange her!). Tom Petty startete im letzten Jahr mit seiner Band ein Comeback, nachdem er längere Zeit eher in der Versenkung verschwunden war und auch hier muss ich sagen, dass seine Musik mir zusagt, doch mein Musikgeschmack ist sowieso ziemlich weit gefächert und solange nicht irgendein nerviger Metal-Kram oder Hip-Hop gespielt wird, bin ich mit fast allem einverstanden...

Wir können uns also freuen auf guten alten Rock'n'Roll und einen Mix aus aktuellen Songs und alten Klassikern und wem das nicht zusagt, der kann ja in der Zwischenzeit die sanitären Einrichtungen aufsuchen!

So, das war es jetzt auch mit dem Vorgeplänkel, der nächste Blog, den ihr von mir lesen werdet, wird dann endlich das Preview zum Spiel Giants vs. Patriots enthalten und das könnt ihr doch sicher kaum noch erwarten, oder?!

 

Dienstag, 29. Januar 2008

Der Media Day…

Der Media Day gleicht alle Jahre wieder einem großen Zirkus und alle Jahre wieder sieht man so ziemlich die gleichen Bilder: Spieler laufen mit Kameras umher und befragen mitunter schon mal ihre Teamkollegen zu wichtigen Themen und die Medienvertreter tun dies selbstverständlich auch – wirklich gehaltvolle Antworten darf man dabei aber eigentlich nicht erwarten…

Tom Brady's Sinn des Lebens

Irgendjemand fragte den New England Quarterback nach dessen Lebenssinn und er antwortete nach kurzer Denkpause: "Ich werfe einen Football. Und das mache ich wohl gut genug, um jetzt hier zu sein – aber keiner von uns hat Krebs geheilt!" Eine passende Antwort auf eine eigentlich unpassende Frage, denn mal ehrlich, es geht hier um den Super Bowl und nicht um eine tiefgreifende philosophische Frage…

Randy Moss Highlights

Randy Moss gab wichtige Infos zu sich und seinen Teamkollegen preis, hier mal meine Top drei:

3. Der Bart, den er jetzt trägt, ist nicht etwa eine Art Playoffbart, wie man ihn im Eishockey des Öfteren sieht, sondern vielmehr ein Schutz vor der "gefrorenen Tundra" in Massachusetts! Aha…

2. Er wurde gefragt, wen er für den besten Wide Receiver aller Zeiten hält. Seine Antwort: "Jerry Rice WAR der Beste!" Weiter ausgeführt hat er das dann aber (glücklicherweise) nicht…

1. Am Ende lieferte er dann noch eine Einschätzung zu den Wide Receivern der Patriots, als ihn sein Kollege Donte' Stallworth danach fragte, wer denn der schnellste Wide Receiver des Teams wäre: "Der schnellste Receiver der Patriots, muss ich sagen, ist… Randy Moss. Der quickste (also antrittsschnellste) Receiver bei den Patriots ist… Randy Moss. Der stärkste Spieler im Team ist… Randy Moss." Noch Fragen?!

Wann geht eigentlich das Spiel los?

Defensive End Richard Seymour wollte deutlich machen, dass alles völlig irrelevant ist, was vor dem Moment passiert, in dem sie das Spielfeld betreten um "3:00 Uhr oder 6:00 Uhr oder wann immer wir spielen". Einen ähnlichen Standpunkt vertrat auch Linebacker Junior Seau, nur dass der genau wusste, dass das Spiel um 3:18 Uhr beginnen wird! Vorausgesetzt, man schafft es, bis dahin die Hymne, den unvermeidlichen Flyover mit irgendwelchen Kampfjets und das restliche Vorgeplänkel abzuspulen (Anmerkung: Das sagt nicht Seau, sondern ich…).

Bradys Media Day Einstellung:

"Ich versuche einfach, eine tiefgreifende Antwort zu geben und dabei nicht zu viel zu sagen, um meinen Coach nicht zu verärgern."

Michael Strahan auf der großen Bühne

Die Giants hatten auch tiefschürfende Dinge zu klären als sie an der Reihe waren, sich in den Medienzirkus zu werfen. So wurde etwa Defensive End Michael Strahan gefragt, wer ihn denn in einem Kinofilm verkörpern solle. Den Vorschlag eines Reporters, Oscar-Preisträger Forrest Whitaker, fand er nicht so prickelnd. Ihm würde Will Smith gefallen, allerdings müsste der dazu noch ein paar Kilo zulegen…

Eli mag Peytons Werbespots

Wer hätte das gedacht?! Eli Manning gefallen die allgegenwärtigen Werbespots seines Bruders Peyton. Er bescheinigt ihm sogar, ein ziemlich guter Schauspieler geworden zu sein. Na ja, wenn man schon in den Playoffs jährlich versagt, muss man wenigstens Humor haben (Ja, auch das sagt nicht Eli, sondern wieder ich!).

Styling Tipps von Michael Strahan

Sonst immer kurzgeschoren, lässt Michael Strahan seine Haare in dieser Saison etwas länger wachsen. Warum? (Warum nicht?!) Nun, er sieht es als einen Tribut an seinen Kumpel, den Schauspieler Don Cheadle, bekannt u.a. aus "Hotel Rwanda". Nebenbei fiel ihm auf, dass den Damen diese Frisur gefiel, während der männliche Teil der Bevölkerung ihm den Rat gab, die Haare doch wieder zu kürzen. Daraufhin stellte er dann folgende These auf: "Wenn Männer anfangen, etwas zu hassen, während die Frauen es mögen, dann weiß man, dass man auf etwas gestoßen ist!" Lernt vom Meister! (Und ich werde trotzdem Freitag zum Friseur gehen, denn die Matte, die ich zurzeit trage, muss einfach ab!)

Und noch einmal Michael Strahan

Und das ist jetzt die Erkenntnis des Tages: "(Head Coach) Tom Coughlin ist jetzt ein Mensch!" Den Umkehrschluss muss ich jetzt wohl nicht in Worte fassen, oder?!

Das waren meine persönlichen Highlights des Media Days. Ich hoffe, es war unterhaltsam, denn ich musste mich einfach den Gepflogenheiten dieser Veranstaltung anpassen und meine Sachlichkeit heute über Bord werfen. Als nächstes blicke ich den auf die Show Highlights und dann kommt gegen Ende der Woche das lang ersehnte Preview. Stay tuned!

 

Montag, 28. Januar 2008

Der Countdown läuft

Jungs und Mädels, es ist Super Bowl Week! Jetzt ist es nicht mal mehr eine Woche bis zum ersten Highlight des Jahres und so wird es Zeit, ernsthaft in die Berichterstattung einzusteigen…

Vorweg erstmal die Nachricht, dass New Englands Quarterback Tom Brady seinen orthopädischen Schutzstiefel wieder abgelegt hat und ohne zu humpeln, laufen kann! Allerdings war die Wahrscheinlichkeit, dass die Giants den Super Bowl gewinnen deutlich höher, als dass die Patriots ohne ihren MVP antreten würden. Er konnte zwar nach eigenen Angaben in der letzten Woche nicht trainieren, wird aber ganz sicher am Sonntag zum vierten Mal in einem Super Bowl auflaufen und versuchen, seinen vierten Ring einzusammeln.

Dann müssen wir uns bei Plaxico Burress bedanken, der im Prinzip das Schicksal seines Teams besiegelte mit seinem Hinweis, dass doch die Giants Wide Receiver mind. genauso gut wären wie deren Pendants auf Seiten der Patriots. Nun will ich gar nicht erst auf die Statistik schauen, denn das würde verheerend enden, aber Randy Moss alleine dürfte mehr Touchdowns erzielt haben, als alle Giants Receiver zusammen. Doch darum geht es eigentlich gar nicht, denn allein die Tatsache, dass schon wieder jemand meinte, vor dem Spiel einen Verbalangriff auf die Patriots starten zu müssen, lässt mich an dessen Verstand zweifeln, denn wenn die Patriots in einer Sache konsequent waren (worin eigentlich nicht?) in dieser Saison, dann war es, verbale Attacken im Vorfeld, auf dem Platz nicht nur zu begleichen, sondern vielmehr rigoros zu zerschmettern – auf sportlichem Wege versteht sich. Und da die Patriots Serientäter sind, denke ich mal, sie werden dem guten Plaxico die richtige Antwort geben…

Ansonsten bleibt für den Moment noch zu konstatieren, dass die Patriots seit gestern in Glendale sind, während die Giants heute anreisen werden. In den kommenden Tagen befasse ich mich dann mit den anderen wichtigen Dingen zum Spiel, etwa den Show Highlights, dem Media Day und natürlich meinem Preview zum Spiel. Also schaut wieder rein…

Montag, 21. Januar 2008

Patriots und Giants fahren nach Glendale

Es ist soweit, wir kennen die Paarung der 42. Ausgabe des Super Bowls am 3. Februar 08 in Glendale, AZ. Es sind die Patriots und die Giants. Heute schaue ich zurück auf die Championship Games und von da an geht das lange Warten auf den Sonntag in zwei Wochen los…

AFC Championship Game: San Diego Chargers vs. New England Patriots 12:21

Der Grund, warum die Patriots am 3. Februar die Chance haben, ihre vierte Lombardi Trophy zu gewinnen, ist einfach: Sie sind ein grandioses Team! Immer wenn man denkt, jetzt hätte der Gegner einen Weg gefunden, diese Einheit zu stoppen, tritt ein anderer Teil der Mannschaft in den Vordergrund und gleicht das aus, was ein anderer nicht geschafft hatte.

Gestern sahen wir vielleicht Tom Bradys schwächsten Auftritt überhaupt in den Playoffs, doch dafür spielte die Defense so dominant wie schon lange nicht mehr! Die Chargers kamen viermal verheißungsvoll in die Nähe der Endzone, doch New Englands Red Zone Defense ließ nichts außer Field Goals zu! Und wenn man gegen die Patriots keine Touchdowns erzielt, kann man auch nicht gewinnen!

Offensiv warf Brady erstmals in den Playoffs drei Picks, doch da Laurence Maroney wieder über 100 Yards erlief und Leute wie Kevin Faulk unglaubliche Plays schafften, blieben die Patriots auch im achten Spiel im Gillette Stadium im Januar ungeschlagen.

Allerdings muss man der Chargers Defense großen Respekt zollen, denn zum einen waren sie die ersten in dieser Saison, die Brady dreimal zu Interceptions zwingen konnten und zum anderen hat noch kein Team die "Pats" bei 21 Punkten gehalten! Doch wie gesagt, ohne eigene Touchdowns kann man dann eben trotzdem nicht gewinnen…

NFC Championship Game: New York Giants vs. Green Bay Packers 23:20

Es war klirrend kalt und beide Defensivreihen waren dominant, insofern war ein dramatisches Spiel vorprogrammiert. Der 90 Yard Touchdown von Favre auf Driver war beeindruckend, genauso die Leistungen der Giants Running Backs Brandon Jacobs und Ahmad Bradshaw, die zwar je nur knapp 60 Yards erzielten, dafür aber beide die Endzone fanden und in entscheidenden Situationen für guten Raumgewinn sorgten. Auch muss man Eli Manning wieder mal Respekt zollen, denn er hat wieder fehlerfrei gespielt (wobei Al Harris durchaus einen Pick hätte fangen können…) und sein Team über das Feld geführt.

Doch letztlich wird man nur an folgende Dinge denken, wenn man sich an dieses Spiel zurückerinnert: Zum einen das verschossene Field von Kicker Lawrence Tynes vier Sekunden vor dem Ende aus nur 36 Yards – das hätte der Genickbruch für die "G-Men" sein können! Dann der Moment, als die Packers die Seitenwahl vor der Overtime gewannen und somit den Ball bekamen. Anschließend die Interception von Brett Favre – es musste ja so kommen, nachdem er schon im Spiel wieder mal ein paar abenteuerliche Pässe warf, die einem auch da schon den Tag hätten verderben können und zu guter letzt, Lawrence Tynes mit seinem 47-Yarder zum Sieg!

Es ist tragisch, dass die lebende Legende Brett Favre nach seiner besten Saison seit Jahren diese dann doch mit einem schweren Fehler, den wir von ihm so selten gesehen hatten in diesem Jahr, beendete. Auf der anderen Seite war dies das erste Field Goal eines Gastteams im Lambeau Field in den Playoffs aus 40 oder mehr Yards. Alle 16 Versuche vorher aus dieser Distanz (inklusive Tynes Versuch aus 43 Yards gestern) gingen nicht durch die Stangen. Mehr Dramatik kann es eigentlich nicht geben! Und für die Giants war es der zehnte Auswärtssieg in Serie (Rekord) und sie sind das erste NFC Wild Card Team im Super Bowl seit über 30 Jahren…

So werden sich also die Patriots und Giants wiedersehen, nachdem man sich erst in Woche 17 begegnete und die Patriots ihre Perfect (Regular) Season clinchen konnten – nun könnten sie gegen den selben Gegner auch die komplette Perfect Season sicherstellen. Doch das ist Zukunftsmusik, jetzt schicke ich erstmal meine Glückwünsche an Bill Belichick, Tom Coughlin und ihre beiden Teams und verweise darauf, dass ich in den kommenden zwei Wochen hin und wieder ein paar Dinge zum anstehenden Super Bowl zum besten geben werde…