Mittwoch, 27. Juni 2007

Lions gewinnen mehr als zehn Spiele!

Momentan herrscht ja eher Nachrichtenflaute, was die NFL angeht und so ist es auch zu erklären, dass hier im Blog länger nichts gelaufen ist und zu den neuerlichen Eskapaden von Pacman Jones und Tank Johnson will ich mich einfach nicht mehr äußern, denn hier soll es ja um den Sport gehen und nicht etwa um die Vergehenskataloge der beiden, die offenbar ohnehin den Schuss nicht gehört zu haben scheinen. Da aber beide wohl kaum in der neuen Saison spielen werden, soll mich das jetzt aber auch nicht weiter beschäftigen!

Daher trifft es sich ganz gut, dass Jon Kitna, QB der Lions, ein Interview gegeben und uns von der Stärke seiner Mannschaft unterrichtet hat! Denn aus seiner Sicht ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Detroit Lions in der kommenden Spielzeit nicht nur eine Winning Season hinlegen werden, sondern auch noch mehr als zehn Spiele gewinnen!

Das hat gesessen! Der Hauptgrund dafür ist natürlich die Verpflichtung vom designierten Offensive Rookie of the Year, Wide Receiver Calvin Johnson, der laut Kitna einen Einfluss haben wird, der mit dem von Reggie Bush aus der letzten Saison zu vergleichen ist. Zehn Siege sind also das Minimum. Das hört sich ja ganz interessant an, aber ist es auch in irgendeiner Form realistisch? Na ja, schauen wir doch mal auf den Spielplan der Lions und überlegen mal, wie viele Siege aus objektiver Sicht drin sind...

Bereits in Woche eins müssen die Lions nach Oakland, wo sie auf die generalüberholten Raiders treffen. Also hier wäre schon mal die Gelegenheit für den ersten Sieg, denn Oakland ist keine Übermannschaft, Detroit aber auch nicht. Hier sind die Chancen mit 50/50 aber schon ziemlich gut, wenn man mal auf die weiteren Gegner schielt.

Dann empfängt man die Minnesota Vikings, gegen die sie sicher nicht als Favorit ins Spiel gehen, aber eine Überraschung ist möglich, womit man bestenfalls schon nach Woche zwei, zwei Siege haben könnte. Doch dann spielt man in Philadelphia und Washington sowie zu Hause gegen die Bears und danach wird man wohl mit einer 2-3 Bilanz in die Bye Week gehen.

Danach hätten sie an Thanksgiving die nächste realistische Gewinnchance gegen die Packers, wobei ich die auch als stärker einschätze, so dass man nach dem amerikanischen Lieblingsfeiertag durchaus bei 2-9 stehen könnte, womit die zehn Siege schon einmal für die Füße wären. Danach spielt man noch in Minnesota und in Green Bay, so dass vielleicht am Ende vier Siege möglich wären, ich würde aber spontan auf zwei bis drei Tippen...

Dies wird aber nicht nur an der starken Konkurrenz liegen, sondern vor allem auch am eigenen schwachen Team, denn was hat sich denn verändert im Vergleich zur letzten Saison? Kitna ist immer noch der Quarterback und der hat es ja unter anderem geschafft, ein Spiel zu verlieren, in dem er nur die Zeit hätte auslaufen lassen müssen, stattdessen aber lieber eine Interception warf, die den Gegner doch noch auf die Siegesstraße brachte (ich habe nur leider den Gegner vergessen)...

Und nichts gegen "CJ", aber meint Kitna wirklich, dass die Konkurrenz so dämlich ist und ihn nicht in Double oder Triple Coverage nimmt, sobald er mehr als zwei- bis dreimal im Spiel den Ball bekommt? Dann könnte man zwar auf Roy Williams ausweichen, aber der hat auch nicht wirklich häufig überzeugt und auch Tatum Bell wird ohne großartige O-Line nicht so wahnsinnig effektiv sein. Die Defense lasse ich jetzt mal unerwähnt, denn ligaspitze ist diese auch nicht.

Wir fassen zusammen, Kitna geht von 10+ aus, realistisch sind aber höchstens vier Siege, wenn nicht irgendetwas ganz außergewöhnliches passiert und es sei erwähnt, dass diese Zahl vier eine sehr optimistische Schätzung meinerseits ist!

Mittwoch, 6. Juni 2007

Green wird ein Dolphin

Nahezu die gesamt Offseason über schwirrte ein Gerücht durch Kansas City und Miami und nun wurde es endlich bestätigt!

Quarterback Trent Green von den Chiefs spielt ab sofort für die Miami Dolphins! Dafür bekommen die Chiefs einen Fünftrundenpick im 2008 NFL Draft, jedoch könnte daraus noch ein Viertrundenpick werden, sollte er seine "üblichen" Leistungen bringen.

So weit, so gut, doch was hat das für Konsequenzen für beide Teams, wo doch beide eigentlich auf der QB Position gut besetzt waren. Nun, zum einen brauchen die Chiefs jetzt einen neuen Starter und dieser wird allem Anschein nach Brodie Croyle, der im letzten Jahr als undrafted Free Agent verpflichtet wurde, nachdem er in Alabama auf dem College spielte.

Und bei den Dolphins bedeutet das wohl das Ende des Aufenthalts für Daunte Culpepper, der im letzten Jahr aufgrund seiner schweren Knieverletzungen aus der Vorsaison nie richtig in Tritt kam und zudem ein Wunschspieler von Head Coach Nick Saban war, der ja auch nach nur einem Jahr wieder in den College Sport zurückgekehrt ist. Vermutlich wird der QB entlassen und dann zu einem anderen Team gehen. Dass Green der neue Starter von Head Coach Cam Cameron wird, setze ich jetzt einfach mal als gegeben voraus!

Dienstag, 5. Juni 2007

Besser spät als nie…

Tank Johnson, Defensive Tackle der Chicago Bears, wurde von Commissioner Roger Goodell im Zuge der neuen „Personal Conduct Policy“ für die ersten acht Spiele der neuen Saison suspendiert. Die Begründung dafür liegt wohl auf der Hand, denn mit seinen diversen Anzeigen wegen Vergehen im Straßenverkehr, Erregung öffentlicher Ärgernisse und natürlich dem Besitz eines ganzen Arsenals von Waffen und seinen Marihuanabeständen, hat er nicht nur seinen Ruf massiv beschädigt, sondern auch das Ansehen der Chicago Bears und der ganzen NFL gefährdet. Er ist damit einer der ersten, der die neue Handhabe bei schweren Vergehen außerhalb des Sports zu spüren bekommt und dient damit natürlich als eine Art Exempel.

Diese neue Politik ist eine klare Reaktion auf die sich immer mehr häufende Tendenz, dass Spieler mit dem Gesetz in Konflikt geraten und so für negative Schlagzeilen sorgen, die natürlich keiner haben will, schließlich geht es für die NFL nicht nur um den Sport, sondern auch um sehr viel Geld und um dieses auch weiterhin generieren zu können, pflegt man natürlich nur allzu gerne das Saubermannimage – politische Korrektheit ist in den Staaten sowieso das A und O…

Jetzt kann man natürlich fragen, warum gerade Tank Johnson gesperrt wird, wo doch so viele andere, vor allem in Diensten der Cincinnati Bengals, ebenfalls regelmäßig in Konflikte geraten, doch eigentlich muss die Frage eher lauten, wieso man erst jetzt damit anfängt! Denn dieses ganze Theater geht ja schon sehr viel länger und wo man hinkommt, findet man immer mal wieder Nachrichten von Sportlern, die sich Rangeleien in Bars liefern und auch gerne mal in Schießereien verwickelt sind und nie wurde wirklich etwas unternommen. Doch nun zog man die Notbremse und installierte eben diese neue Politik, die dem Commissioner das Recht einräumte, auch außersportliche Vergehen zu ahnden und ich bin mir fast sicher, dass davon noch einige andere Spieler betroffen sein werden. Weitere Beispiele für die neue Konsequenz sind natürlich Bengals Wide Receiver Chris Henry, der für vier Spiele gesperrt wurde und natürlich „Pacman“ Jones von den Titans, der das ganze Jahr aussetzen wird, im Prinzip wegen grober Dämlichkeit (allerdings steht da noch die Berufungsverhandlung aus)…

Alles in Allem ist es gut, dass jetzt was unternommen wird, denn so konnte es nicht weitergehen, besonders wenn man an Broncos Cornerback Darrent Williams denkt, der in der Silvesternacht erschossen wurde, nachdem er in einer Bar in eine Auseinandersetzung geraten war. Allerdings sieht man an diesem Extrembeispiel, dass es doch sehr spät war für diese Erkenntnis.